Chaos in Izmir

Mai 2, 2016 by Julia
Reisen

Vergangenes Wochenende bin ich mit Charlotte und Franzi nach Izmir geflogen. Schöne Stadt, ziemlich grün, und vor allem geordneter als Istanbul. Aber eben auch kleiner – und langweiliger. Wir hatten trotzdem unendlich viel Spaß, gutes Essen und einige Sonnenstunden, aber irgendwie hatten wir das Chaos-Paket gebucht. Alles lief schief. Oder ging kaputt. Im Nachhinein haben wir aber auch nur ein bisschen Geld verloren, dafür aber mindestens eine grandiose Story mehr zu Erzählen. Ich jedenfalls hatte eine schöne Zeit in einer schönen Stadt.


Studieren in der Türkei – ein Vergleich

April 25, 2016 by Julia
Istanbul

Der Hauptgrund für meinen Istanbulaufenthalt ist natürlich mein Studium an der Istanbul Üniversitesi. Die Sache ist eben, dass ich darüber noch nicht besonders viele Worte darüber verloren habe. Anfangs bedeutete Uni mit allen Angelegenheiten nämlich nur eins: Stress. Und dann wurde es irgendwann normal. Bis ich jetzt realisieren muss, dass dieser Normalstatus nur noch 4 Wochen für mich gilt. Und er sich von meinem Alltag in Bielefeld in doch einigen Punkten unterscheidet.

Generell studiere ich recht ähnliche Fächer in beiden Städten: International Studies in Management in Bielefeld, und Business Administration in Istanbul. Beides würde ich kurz und knapp mit „BWL auf Englisch“ übersetzen. Stimmt so natürlich nicht hundertprozentig, aber so bekommt man wenigstens eine passende Vorstellung von dem, was ich überhaupt mache. (mehr …)


Bewegtes Bild

April 7, 2016 by Julia
Istanbul

Midterm-Klausuren abgehakt. Auch wenn es dieses Mal nicht ganz so gut lief, bin ich ziemlich zufrieden. Ich hatte nur zwei Tage Stress während der Lernphase, was echt ein riesiger Fortschritt ist, wenn ich an die letzten beiden Klausurphasen denke. Aber das gute Wetter muss ja auch angemessen genossen werden und somit war ich einen Nachmittag auf dem Hauptcampus der Bilgi-Universität, in dessen Bibliothek meine Mitbewohnerin ein paar ihrer Fotografien ausgestellt hat. (Instagram: @______bleu) Und da es dort, am Ende des Goldenen Horns, so schön ist, habe ich dort noch einige Zeit in der Sonne verbracht, gelesen und einfach das Wetter genossen.

Ja, das ist nicht superspannend, ich weiß, aber ich habe über den Tag ein paar Videosequenzen aufgenommen, und das dann mit bisschen Musik hinterlegt und daraus ein ziemlich umprofessionelles Video zusammengeschnitten. Aber es zeigt Istanbul und vor allem auch irgendwie mein Leben hier. Deshalb könnt ihr es euch jetzt nachfolgend anschauen:


Sekundenschaf

April 6, 2016 by Julia
Allgemein

Vor weniger Zeit sprach ich mit meinen Eltern über meine Vorstellungen für die Zukunft und ich informierte sie über ein paar mögliche Musterstudiengänge. Einer davon, zur Zeit ziemlich attraktiv für mich, in Berlin. Meine Mutter reagierte schockiert. Ich fragte sie, was sie an Berlin stören würde. Ihre Antwort:

„Berlin, das ist einfach zu groß.“


Es gab Steine – Kappadokien

April 1, 2016 by Julia
Reisen

Mitte März in Istanbul, 20.00 Uhr, Taşkışla Caddesi am Gezi Park, Taksim. Ein kühler, regnerischer Abend, an dem wir noch einige Zeit auf verschiedenste Dinge warten sollten, um dann gegen 23.00 Uhr endlich die Stadt zu verlassen. Unser Ziel war Zentralanatolien, um genauer zu sein: Kappadokien. Und wie sich das für Trips gehört, wird die erste Nacht im Bus verbracht, um sich morgens entspannt und gutgelaunt den ersten Aktivitäten zu widmen. Nicht. Völlig verschlafen wandelten wir Freitagmorgens aus dem Bus, wenigstens war es schön sonnig und auch schon ziemlich warm. Landschaft cool, unser Guide kann gut Englisch, wird schon okay, dachten wir. Bis wir realisiert hatten, dass wir oben sind. Und runter ins Tal müssen. 300 Treppenstufen, die in türkischer Manier natürlich auch alle unterschiedliche Höhen haben. Und später dann auch wieder hoch. Dennoch habe ich es genossen, in diesem Tal zu sitzen, etwas grün um mich herum, ein klarer Bach neben mir und einfach Ruhe. Der krasse Kontrast zu Istanbul, das ich 12 Stunden vorher verlassen hatte.  (mehr …)


Übergangsweise WordPress

März 29, 2016 by Julia
Allgemein

Da der Server, auf dem mein Blog lag, Ende Februar ohne jegliche Vorwarnung vom Netz genommen wurde, und ebenso der zweite Server, auf denen die Backups lagen, nutze ich zeitweilig nun WordPress.com als Plattform zum Bloggen. Es tut mir leid, dass die alten Beiträge nicht mehr rekonstruierbar sind und bin vom Verhalten des Webhosters sehr enttäuscht. Das alles war auch der Grund für die Weiterleitung nach Instagram in den letzten Wochen. Ich hoffe, ich habe niemanden zu sehr irritiert und ihr freut euch auf die Beiträge, unter anderem über Kapadokya (Kappadokien). Und: das neue Theme lädt zum Kommentieren ein – wenn ihr das tut, würde ich mich natürlich sehr freuen. Bis dann!

 


Endlich angekommen

März 28, 2016 by Julia
Istanbul
3 comments

Istanbul ist sonnig, aber kalt, das türkische Essen immer noch zu fettig und die Straßen immer noch dreckig – und manchmal auch abschnittweise nass, obwohl es tagelang nicht geregnet hat – und ich bin einfach nur unfassbar glücklich. Und es kam schleichend, aber ist offensichtlicher denn je: Ich möchte hier nicht weg. Ich fühle mich das erste Mal an einem Ort auf diesem Planeten so wohl, dass ich ihn ab sofort Zuhause nenne.

Ich kann es mir einfach nicht mehr vorstellen, nach Bielefeld zurückzukehren. Ich kann hier auch Sonntags einkaufen, gegenüber in den Supermarkt springen, wenn mir das Wasser ausgeht, kurz ins Fitnessstudio, mich trotz drohendem monatlichen Bankrott immer noch mit Freunden zum Essen verabreden, oder noch besser: Kahvalti, also türkischem Frühstück. Abends reicht dann auch ein Cig Köfte-Dürüm. Oder ich gehe einfach spontan abends aus. Weil ich es einfach machen kann. Ab 12 Uhr fährt keine Metro mehr, aber interessiert mich nicht, Taxi ist unfassbar günstig. 10 Lira, Taksim, Mecidiyeköy. Ich kann einfach neue Ecken der Stadt entdecken, oder für ein paar Cents zu den Prinzeninseln schippern. Oder den Bosporus auf und ab. Dabei Cay. Oder Kahve. Oder ich schau mir den Sonnenuntergang an. Am schönsten war das bisher in Üsküdar. Und vor allem muss ich noch ein wenig reisen: Izmir im Frühsommer. Nochmal nach Ölüdeniz. Vielleicht Bursa. Und sonst auch noch einiges, aber sicherlich nicht mehr dieses Jahr. Denn ich habe nur noch zwei Monate.

Bis eingeschlossen Dezember oder Januar konnte ich es mir nicht vorstellen, weitere Jahre in Istanbul zu verbringen. Mit jedem Tag, den ich hier verbringe, wünsche ich mir mehr, dass ich nochmal die Möglichkeit bekomme, für längere Zeit in Istanbul zu bleiben. Ich habe mich an alles hier gewöhnt – und trotz eigentlich geringerem Lebensstandard habe ich hier ein glückliches Leben. Deutschland wirkt für mich hier irgendwie weit entfernt, da ich zu keiner Zeit in Deutschland so zufrieden mit meiner Gesamtsituation war wie ich es hier bin.

Keine Angst: Ich muss und werde auch nach Deutschland zurückkehren, um mein Studium zu beenden, dann eventuell einen Master zu machen oder auch erste Erfahrungen im Arbeitsleben zu sammeln. Und ich bin auch sehr glücklich, die Leute wiederzusehen, die mir am Herzen liegen, aber ihr Leben in der Heimat haben. Und natürlich auch meinen Hund, nicht zu vergessen. Aber trotzdem ist Istanbul jetzt mein Zuhause. Ich bin endlich hier angekommen.


Keine Angst

März 17, 2016 by Julia
Allgemein
one comment

Wie es sich anfühlt, wenn das deutsche Konsulat Terrorwarnungen für all die Plätze ausspricht, die dein alltägliches Leben bestimmen? Wenn man in Ankara mit einer Panne steht, und die App einen mit der Meldung eines Anschlages aufweckt? Wenn aus der Uni von mutmaßlichen Schießereien berichtet wird? Beschissen. Ja, ziemlich beschissen sogar. Man bekommt ein ziemlich beklemmendes Gefühl.

Nur die Sache ist die: Terror zielt genau darauf ab. Wir sollen Angst haben, beklemmt sein, bestimmte Dinge eben auch meiden. Unser Leben einschränken. Und das ist eine Sache, die ich nicht machen werde. Nicht in Zeiten, in der die AfD zweistellig Gewinne einfahren und Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden kann. (Übrigens ist es schon mehr als ironisch, dass er als Muslimhasser die einzigen Trump Towers auf europäischem Kontinent in Istanbul stehen hat. Aber Geld stinkt eben nicht – auch nicht das von Muslimen.) Ich werde trotzdem feiern gehen, Freunde treffen und Istanbul wieter erkunden. Aber nur weil ich das so tue, müssen es mir nicht alle tun. Es ist völlig legitim, besorgt zu sein. Nur dann sollte man sein Leben so gestalten, dass man keine Angst hat. Sonst dreht sich die Spirale nur weiter..

#enoughserioustalk


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