#istanbulrecap: Kahvalti

April 8, 2017 by Julia
Istanbul

#istanbulrecap: Kahvalti 1

 

Teil eins meines #istanbulrecap soll um meine Lieblingsmahlzeit gehen. Die Texte der Reihe sind in der Regel schon länger geschrieben, wurden aber zuvor nicht veröffentlicht. Ich versuche in dieser Reihe auch Tipps für einen Aufenthalt in Istanbul mitzugeben. #istanbulrecap wird demnach auch so etwas wie mein kleiner, persönlicher Guide für Istanbul. Viel Spaß beim Lesen!

Einen Monat lang bin ich nun schon in Deutschland. Der Kulturschock ist überwunden, mein türkischer Wortschatz wird leider ein bisschen geringer (ist aber dank Harika weiterhin in Benutzung) und ich arbeite nun mal wieder 40h die Woche. Das bedeutet Aufstehen um 04:30 Uhr und den Rest des Tages dann semi-wach überleben.

Mein Leben hier zurück auf dem Land kann kaum gegensätzlicher zu dem in Istanbul sein. Ein Jahr lang hatte ich keinen Alltag. Und irgendwie war das auch ein bisschen anstrengend, aber sehr spannend und hat mir vor allem auch sehr viel Spaß bereitet. Es gab selten zwei aufeinanderfolgende Tage, an denen ich zur gleichen Zeit ins Bett und geschweige denn aufgestanden bin. Aber eine Sache hatte Beständigkeit: Kahvalti. Also türkisches Frühstück. Samstags, 11 Uhr, nach einer langen Nacht auch mal etwas später, Date mit den Girls, gesetzt. Und das ist tatsächlich eine der Sachen, die ich mit am meisten vermisse. Und mir auch ein paar Kilo mehr auf den Rippen beschert hat, die sich aber wirklich gelohnt haben.

Türkisches Frühstück lässt sich am besten mit einem Wort beschreiben: VIEL. Gut, die Basic-Ausführung reicht auch. Aber nicht, wenn sich vier Mädels treffen und man sich Einiges zu erzählen hat… Die Basis des türkischen Frühstücks ist Weißbrot, baguetteähnlich. Und auf jeden Fall gibt es Käse dazu. Weißkäse (peynir), oft in mehr als einer Ausführung. Und Oliven, aber die geölten. Und Honig. Tomaten und Gurken und auf jeeeeden Fall Cay, also schwarzer Tee.

Klingt vermutlich für die meisten für euch weniger spannend. Aber war ja noch nicht alles, das reicht ja auch nicht annähernd für vier Personen. Unser Favorit war das Karadeniz Kahvaltisi (Schwarzmeer-Frühstück) mit Pommes, Spiegelei, Kaymak (Rahm), Tahin Pekmez (Tahini mit Traubensirup), Marmelade und besonders gut: Kuymak. Oder Muhlama (wenn mir da mal jemand Wissendes den Unterschied erklären könnte?) – ein Gericht aus geschmolzenem Käse. Soooooooo gut!

Da es Kuymak aber nicht in jedem Frühstückslokal gibt, war die zweite Wahl das ostanatolische Frühstück. Ohne Pommes, dafür in der Regel Menemen, ein Rühreigericht mit Paprika und Tomate, wahlweise mit Käse oder Knoblauchwurst (Sucuk) oder auch noch anderen Varianten. Und meist etwas „strengerem“ Käse.

Oft dazubestellt haben wir auch noch Pisi, frittierte Hefeteigbällchen. Dazu Nutella oder Marmelade ist richtig gut! All-time-fave war definitiv Gözleme, gefüllte Fladenbrote auf einer heißen Platte gebraten. Ansonsten kann man sich auch noch Simit dazubestellen, also einen Sesamring. Oh my, wie viele Worte kann man über Frühstück schreiben!

Zuletzt gebe ich natürlich Empfehlungen für meine zwei liebsten Orte zum Frühstücken:

Falls ihr in der Türkei seid, probiert unbedingt türkisches Frühstück! Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten und Mittagessen kann und darf man danach definitiv vernachlässigen.


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