Persönlich


Einmal wieder: Die Heimatfrage

Ich finde Bielefeld fantastisch. Ich habe tolle Menschen hier getroffen, ganz besondere Menschen kennen und lieben gelernt und bisher auch viele tolle Erfahrungen gemacht. Ich nenne Bielefeld mein Zuhause, kehre immer wieder gerne in die Stadt zurück, ob nach kürzeren oder längeren Trips. Aber jetzt, nachdem sich die erste enge Freundin aus Bielefeld nach Berlin verabschiedet hat und die anderen liebsten Freundinnen auf mittel- bis langfristige Sicht auch nach anderen Städten umsehen, stellt sich mir unweigerlich die Frage, wo ich überhaupt hin möchte.

Nach Istanbul muss es Stadt sein. Das Dorfleben fande ich seinerzeiten schon langweilig und die wochenendlichen Alkoholeskapaden demnach nur logisch konsequent. Und es ist zur Zeit immer noch so: je größer, desto besser. Ich war in den vergangenen zwei Monaten sowohl zweimal in Frankfurt und in Berlin. Beides fantastische Städte in Deutschland, finde ich jedenfalls. Daher auch in den Top 3 meiner Zukunftsplanung.  (mehr …)

2017 is about rising and growing up

Ich wünschte, ich könnte mehr über das Thema Reisen berichten. Allerdings ist Reisen zum einen eine kostspielige Angelegenheit, zum anderen ist meine Zeit dieses Jahr maßgeblich beschränkt. Nach Ende der Klasurenphase war ich mit zwei meiner liebsten Freundinnen in Porto und haben uns die erste Frühjahrsbrise um die Nase wehen lassen, gut gegessen und die wundervolle Altstadt besichtigt. Obwohl es nur ein paar Tage waren, konnte ich mich in dieser mediterranen Atmosphäre richtig gut erholen. Aber dann kam reisetechnisch trotz Semesterferien nichts mehr. Keine weitere Reise, und bisher ist auch noch keine weitere geplant.
Im vergangenen Jahr war ich wirklich viel unterwegs. Istanbul war meine Base und von dort aus bin ich in die Heimat, nach Salzburg zum Skifahren, nach Kappadokien, Eskisehir, Izmir und Fethiye gestartet. Danach kam noch Sylt, Irland und Rumänien. Wenn mich jemand für ein wenig wahnsinnig hält, ist das nach dieser Aufzählung durchaus in Ordnung. Ich habe 2016 viel gesehen und bin dankbar für alles, was ich gesehen habe. Wirklich überall hatte ich eine schöne Zeit und durfte fantastische Erfahrungen machen.

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#istanbulrecap: Aus gegebenem Anlass

Teil zwei meiner Serie #istanbulrecap. Eigentlich ist die Bezeichnung nicht treffend und ich habe auch keine Restaurant- oder Sightseeing-Tipps in diesem Post. Es sind die paar Worte, die ich nach dem Putschversuch niedergeschrieben hatte, aber nicht gut genug fand, um sie zu veröffentlichen. Aber da sich heute die Zukunft der Türkei vermutlich maßgeblich entscheidet, finde ich meine damaligen Gedanken doch wieder interessant. Ironischerweise habe ich von meinen Eltern zu Ostern heute das Buch „Cevdet und seine Söhne“ von Orhan Pamuk geschenkt bekommen. Ein Buch, das die Anfänge der türkischen Republik in Istanbul beschreibt. Ich hoffe das Beste für dieses noch recht junge Land. Wie auch immer das aussehen mag. 

Wenn immer ich etwas posten wollte, überschlugen sich die Ereignisse in der Türkei. Erst der Anschlag am Atatürk-Flughafen, dann der versuchte Militärputsch. Und seitdem vergeht kein Tag ohne erneute schockierende Meldung aus der Türkei. Schockierend zumindest für alle Befürworter von Menschenrechten.

Ich mag es nicht, vorschnell Schlüsse zu ziehen, sobald etwas passiert ist. Nicht immer ist die Lage Stunden später klar, Gerüchte entstehen, und später meist dann auch Angst. Da ich nicht in Istanbul war, kann ich auch nicht viel dazu berichten. Dennoch bin ich zutiefst traurig über alle Opfer, die diese Geschehnisse forderten. Und ich meine hiermit auch den beginnenden Verfall der Demokratie, die sich weiter aufspaltende Gesellschaft und das Bild der Türkei, vor allem aus westlicher Sicht. Ich bekomme immer wieder mit, wie Menschen negative Worte über die Türkei generell verlieren, mit der Begründung, sie hätten Angst, dorthin zu fliegen. Wie hier bereits geschrieben, sollte niemand Angst haben müssen und es ist jedermanns gutes Recht, sich dort aufzuhalten, wo er sich sicher fühlt. Aber ist das ganze Land schlecht, weil die politische Lage momentan ziemlich instabil ist?

In der Türkei hat für mich während meiner ganzen Zeit die Politik nur passiv eine Rolle gespielt. Aktiv konnte ich (fast) tun und lassen, was ich wollte – ich meine jene Dinge, die ich auch in Deutschland oder woanders getan hätte. In meinen Erinnerungen sind es nicht die mehr oder minder kritisierbaren Entscheidungen Erdogans, die mein Aufenthalt in der Türkei ausmachen, sondern die vielen Gläser Cay abends mit Freunden, Sonnenuntergänge, das Geschrei der Möwen, Traumstrände, frisches Obst und Gemüse, tolle Landschaften, herzliche und hilfsbereite Leute und auch die Rufe der Muezzine, fünfmal täglich. Was ich sagen will: Die Türkei ist viel, viel mehr als das, was man momentan in den Nachrichten liest. Und mir gefällt es nicht, wenn das in Vergessenheit gerät.

Abendgestaltung

Ich bin vielleicht etwas zu spät mit dieser Empfehlung hier. Die ganze Welt ist gefühlt abhängig von Netflix und ich habe permanent das Gefühl, da nicht mithalten zu können. Ich schlafe abends bei Serien wirklich gerne ein und muss die Folgen dann ein zweites Mal schauen. Auch finde ich es echt häufig schwer, in den Plot einzutauchen und mit den Charakteren mitzufühlen. Aber es gab jetzt letztens wieder eine Serie, die das bei mir geschafft hat: Please Like Me. Sechs Episoden an einem Abend und das generelle Beenden aller Staffeln sind definitiv ein Beweis, dass ich die Serie unfassbar gut finde.

Worum es geht? Vorrangig: Einen Typen, mit dem Schluss gemacht wird. Und dabei den netten Hinweis erhält, er sei schwul. Stimmt auch so, und jenen Abend hat er auch schon männliche Begleitung bei sich zu Hause. Bis der Vater anruft und erzählt, dass seine Mutter versucht hat, sich umzubringen. Klingt nach Chaos? Ist es auch. Anfangs eventuell zu viel, um real zu sein, später allerdings genau richtig, um realistisch darzustellen, wie weird das Leben teilweise so verlaufen kann. Mit der Liebe, mit einer auf ihre eigene Weise interagierenden Familie inklusive geschiedener Eltern, und mit verdammt tollen Freunden. Meiner Meinung nach ist „Please Like Me“ so eine unglaublich vielschichtige und herzliche Serie, und es geht für mich auf jeden Fall vorrangig über Beziehungen, sowohl zu Freunden als auch Familie. Und um die Frage, wer man sein möchte. Zumal die Serie bei mir aufrichtig Emotionen ausgelöst hat. Ich saß vor meinem Laptop und lachte laut — alleine! — oder hatte auch mal feuchte Augen. Ich kenne wirklich kein größeres Kompliment.

„Please Like Me“ gibt es mit allen vier Staffeln auf Netflix. Und, ach ja: I maybe fell in love with Wade Briggs.